Katja Gerz im Interview
Inhalt
- Was war dein erstes Gefühl nach dem Start – und wie hat sich das Jahr für dich entwickelt?
- Worin hast du dich persönlich oder fachlich besonders weiterentwickelt?
- Was war dein erstes Projekt – und wie war es, Verantwortung zu übernehmen?
- Welche Tools, Methoden oder Fähigkeiten haben dich besonders begeistert?
- Katja was war für dich der größte Unterschied zwischen Schule und Agenturalltag?
- Katja was möchtest du neuen Azubis mitgeben?
- Wie geht’s für dich weiter – und worauf freust du dich im zweiten Ausbildungsjahr?
- Mehr über meinen Einstieg erfahren
Katja Gerz ist seit einem Jahr Auszubildende bei uns im Bereich Mediengestaltung. In ihrem ersten Ausbildungsjahr hat sie nicht nur viel gelernt, sondern auch direkt Verantwortung übernommen – unter anderem für ihr erstes eigenes Corporate Design. Im Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen, Herausforderungen und Highlights.
Was war dein erstes Gefühl nach dem Start – und wie hat sich das Jahr für dich entwickelt?
„Am Anfang war ich super aufgeregt, aber auch ziemlich nervös. Alles war neu, neue Menschen, neue Aufgaben, neue Abläufe. Relativ schnell habe ich mich aber wohlgefühlt und gemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit macht. Im Laufe des Jahres habe ich immer mehr Sicherheit gewonnen und bin richtig reingewachsen“.
Worin hast du dich persönlich oder fachlich besonders weiterentwickelt?
„Ich habe gelernt, viel selbstständiger zu arbeiten und Verantwortung für meine Aufgaben zu übernehmen. Stück für Stück habe ich immer mehr dazu gelernt – angefangen bei kleineren Aufgaben bis hin zu größeren Projekten mit mehr Verantwortung und stetigem Kundenkontakt.
Besonders im Bereich Printmedien konnte ich mich weiterentwickeln. Ich durfte Visitenkarten, Plakate und andere Printprodukte gestalten. Mein größtes Projekt bisher war die Entwicklung des Corporate Designs für die Hausarztpraxis Natalie Schäfer. Das hat mir nicht nur viel Spaß gemacht, sondern mich auch fachlich und persönlich wachsen lassen.
Zudem habe ich mich intensiv mit den Anforderungen von Druckereien beschäftigt – also wie man Layouts korrekt anlegt, welche Beschnittzugaben nötig sind oder wie Farben im Druck optimal wirken. Dieses technische Wissen hilft mir heute, gestalterisch sicherer zu planen und professioneller umzusetzen.
Auch meine Softwarekenntnisse haben sich deutlich erweitert: In Adobe Illustrator habe ich neue Funktionen kennengelernt und gezielt eingesetzt – unter anderem zur Vektorisierung, für komplexere Formgestaltungen oder im Umgang mit Farbverläufen. Zusätzlich habe ich begonnen, mit Canva zu arbeiten – vor allem, um Bewegung und Animation in einfache Gestaltungskonzepte zu bringen. So konnte ich erste dynamische Inhalte entwickeln, etwa für Social Media. Ein besonderes Highlight war für mich mein Einstieg in After Effects: Ich habe meine ersten Animationen erstellt und coole Effekte ausprobiert, mit denen ich Gestaltung auf eine ganz neue Ebene bringen konnte.
Was mir aber besonders wichtig war: Ich habe mich getraut, eigene Lösungen zu finden – auch wenn sie vom Gewohnten abwichen. Ich habe Ideen eingebracht, Gestaltung ausprobiert und bin dabei oft positiv überrascht worden, wie gut meine Ansätze im Team angekommen sind. Dieses Vertrauen in die eigene Kreativität wächst mit jeder Aufgabe – und motiviert mich, weiter mutig zu gestalten.“
Was war dein erstes Projekt – und wie war es, Verantwortung zu übernehmen?
„Als Auszubildende im ersten Lehrjahr ist es nicht selbstverständlich, direkt ins kalte Wasser springen zu dürfen – bei braindinx ist genau das aber möglich. Schon früh durfte ich in laufende Projekte von Paulina oder Julia eingebunden werden und aktiv mitgestalten. Dabei habe ich nicht nur fachlich viel gelernt, sondern auch gespürt, was es bedeutet, wirklich Verantwortung zu übernehmen.
Mein erstes großes Projekt, bei dem ich von Anfang an mitdenken und gestalten durfte, war die Zusammenarbeit mit der Hausarztpraxis Natalie Schäfer. Das war nicht nur eine kreative Herausforderung, sondern auch mein erster Einblick in den kompletten Branding-Prozess, den ich in dieser Tiefe bisher nur aus der Theorie kannte. Los ging es mit einem intensiven CORE Workshop, bei dem ich zum ersten Mal live miterleben konnte, wie eine Markenidentität entsteht. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es direkt in die Analyse: Was sind die Erwartungen an die Praxis? Wer sind die Zielgruppen? Welche Werte sollen vermittelt werden? Gemeinsam entwickelten wir Personas und arbeiteten die CORE-Markenattribute heraus. Gerade dieser Teil hat mir geholfen, die Philosophie der Praxis tief zu verstehen – wofür das Team steht, was die Praxis besonders macht und wie sich all das visuell übersetzen lässt. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen war für mich unglaublich spannend und wichtig, um ein Logo zu gestalten, das wirklich zur Hausarztpraxis passt.
Nach dem Workshop durfte ich die Ergebnisse aufbereiten, die als Basis für alle weiteren Gestaltungsschritte dienten. Das Highlight für mich war die Entwicklung meines ersten eigenen Stylescapes. Das bedeutet, ich war verantwortlich für ein komplettes Markenbild – vom Logo über Farb- und Schriftwahl bis hin zu konkreten Anwendungen wie Werbemitteln und Social-Media-Vorlagen.
Bei der Logoentwicklung war mir wichtig, sowohl die medizinische Ausrichtung als auch den ganzheitlichen Ansatz der Praxis sichtbar zu machen. Das zentrale Gestaltungselement ist ein medizinisches Kreuz, das für die schulmedizinische Versorgung steht. Eingebettet in dieses Kreuz sind organische Linien, die eine offene Blüte formen – als Symbol für die Homöopathie und ihren Ursprung in der Pflanzenheilkunde. Der nach unten führende „Stängel“ verbindet die Form und gibt dem Logo eine klare Richtung, während der Kreis das Ganzheitliche und die Verbindung von Schulmedizin, Homöopathie und Globaldiagnostik symbolisiert. So spiegelt das Logo die drei zentralen Fachrichtungen der Praxis wider und vermittelt zugleich die Werte Freundlichkeit, Struktur und Zuverlässigkeit.
Dabei wurde mir viel Freiheit eingeräumt, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Gleichzeitig stand mir das Team immer unterstützend zur Seite – besonders beim Feedback, mit dem ich meine Entwürfe Schritt für Schritt verbessern konnte.
Bei diesem Projekt hatte ich die Gelegenheit, meinen eigenen Entwurf selbst beim Kunden zu präsentieren. Als Auszubildende im ersten Lehrjahr war das natürlich eine neue Erfahrung. Ich war nervös – vor allem, weil ich nicht wusste, wie meine Idee ankommt und ob ich sie gut erklären kann. Dank der guten Vorbereitung lief die Präsentation reibungslos. Es war ein tolles Gefühl zu erleben, wie die eigene Arbeit verstanden und wertgeschätzt wird. Dieses Erlebnis hat mir viel Selbstvertrauen gegeben – und die Gewissheit, dass ich mich in die richtige Richtung entwickle“.
Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie wichtig gute Vorbereitung, Teamarbeit und kreative Freiheit sind. Es hat mir nicht nur fachlich viel beigebracht, sondern auch persönlich weitergeholfen. Ich habe gelernt, Entscheidungen zu treffen, Feedback anzunehmen – und vor allem, Verantwortung zu übernehmen. Ich bin sehr dankbar, dass ich schon jetzt an so einem spannenden Projekt mitwirken durfte. Es hat mir gezeigt, was in mir steckt – und wie viel Potenzial in dieser Ausbildung liegt.“



Welche Tools, Methoden oder Fähigkeiten haben dich besonders begeistert?
„Besonders begeistert hat mich die Teamarbeit. Vor allem das Feedback, das ich mir von meinen Kolleginnen Paulina und Julia einholen durfte. Sie haben mich in meinem Prozess sehr unterstützt und mir geholfen, neue Perspektiven auf meine Designs zu gewinnen. Dadurch habe ich Stück für Stück gelernt, zu erkennen, was in der Gestaltung wirkt und was nicht. Diese Entwicklung war für mich eine große Bereicherung.
Besonders prägend war für mich der CORE Workshop, den ich live miterleben durfte – mein erster richtiger Einblick in den strategischen Prozess hinter einem Markenaufbau. Dabei habe ich verstanden, wie entscheidend eine fundierte Vorbereitung ist, um Designs zu entwickeln, die nicht nur schön aussehen, sondern wirklich zum Kunden passen. Durch die intensive Auseinandersetzung mit Zielgruppen, Markenwerten und visuellen Leitlinien wurde mir klar, wie wichtig es ist, erst ein tiefes Verständnis für die Marke zu entwickeln – bevor man überhaupt beginnt, kreativ zu gestalten.
Ein gutes Design entsteht nicht einfach aus dem Bauch heraus – es braucht ein stabiles Fundament. Genau das schafft ein CORE Workshop: Er liefert Klarheit darüber, wer die Marke ist, was sie ausmacht und wie sie wirken soll. Diese strategische Basis hilft dabei, visuelle Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen – nicht nach Geschmack, sondern nach Ziel und Wirkung. Für mich war das ein Aha-Moment, der meine Sicht auf Gestaltung stark verändert hat.
Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie viel mehr hinter einem durchdachten Branding steckt, als man auf den ersten Blick vermuten würde – und warum es so wichtig ist, zuerst die richtigen Fragen zu stellen, bevor man beginnt zu gestalten. Der Workshop hat mir nicht nur neue fachliche Perspektiven eröffnet, sondern auch verdeutlicht, wie eng Strategie und Design miteinander verbunden sind.
Katja was war für dich der größte Unterschied zwischen Schule und Agenturalltag?
„In der Schule gibt es feste Aufgaben und klare Strukturen, während im Agenturalltag viel mehr Eigeninitiative gefragt ist. Ich habe auch das Gefühl, dass ich so viel Wissen, wie ich jetzt im ersten Jahr gesammelt habe, nicht allein durch die Schule erreicht hätte – sondern vor allem durch die Arbeit in der Agentur.
Dort werde ich persönlich betreut, bekomme direktes, konstruktives Feedback und lerne dadurch deutlich intensiver. Ich darf Ideen entwickeln, Verantwortung übernehmen und mich kreativ entfalten – das motiviert mich und fördert meine Entwicklung.
In der Berufsschule hingegen sind die Inhalte oft nicht auf dem aktuellen Stand. Vieles wirkt theoretisch und wenig praxisnah. Bei kreativen Aufgaben fehlt häufig der Freiraum für individuelle Gestaltung, da die persönliche Meinung der Lehrkräfte mit in die Bewertung einfließt. Das kann einschränkend sein – besonders, wenn man sich gestalterisch ausprobieren möchte. Die Bewertung erfolgt nach festen Kriterien, auf die man selbst keinen Einfluss hat.
Auch Gruppenarbeiten empfinde ich oft als wenig effektiv, weil nicht alle dieselbe Vorstellung vom Ergebnis haben – und es schwierig ist, gemeinsam ein konsistentes Ergebnis zu erarbeiten. Zudem gibt es keine Möglichkeit, das Lerntempo selbst mitzubestimmen oder eigene Schwerpunkte zu setzen.
Oft muss ich nach der Arbeit zusätzliche Schulaufgaben erledigen, die sich inhaltlich nicht mit dem decken, was ich in der Agentur praktisch umsetze. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld, in dem ich manchmal das Gefühl habe, doppelt arbeiten zu müssen. Trotzdem versuche ich, aus beiden Welten das Beste mitzunehmen – aber am meisten lerne ich dort, wo ich wirklich gestalten darf.“

Katja was möchtest du neuen Azubis mitgeben?
„Habe keine Angst, Fragen zu stellen und Fehler zu machen. Jeder fängt mal klein an und gerade aus Fehlern lernt man am meisten. Vertraue auf die Meinung der Profis, bleib offen für Feedback und nimm es als Chance, dich weiterzuentwickeln. Stück für Stück entwickelt sich dadurch auch der eigene Blick auf Gestaltung. Was wirkt, was nicht und wie Designs auf andere Menschen wirken.
Mit der Zeit merkt man, wie man immer sicherer wird und sich ständig verbessert“.
Wie geht’s für dich weiter – und worauf freust du dich im zweiten Ausbildungsjahr?
„Der Beruf des Mediengestalters macht mir unglaublich viel Spaß. Ich freue mich definitiv auf das zweite Jahr, weil ich meinen Job wirklich liebe. Ich mag es, kreativ zu sein, Ideen zu entwickeln und diese sofort umzusetzen, wenn sie plötzlich aufblitzen. Manchmal bin ich auch nicht zu stoppen, wenn ich wirklich tief in einem Kreativprozess stecke. Dann fühlt sich das für mich überhaupt nicht wie Arbeit an.
Ich freue mich darauf, noch tiefere Einblicke in Projekte zu bekommen, meine Gestaltungskonzepte weiterzuentwickeln und mich auch mehr zu trauen – besonders bei größeren Aufgaben. Wenn ich mich in diesem Bereich sicher fühle, könnte ich mir vorstellen, auch den Bereich des Webdesigns zu erkunden.
Was ich mir außerdem sehr wünsche: Im zweiten Lehrjahr noch einmal die Möglichkeit zu bekommen, bei der Entwicklung eines neuen Corporate Designs von Anfang an dabei zu sein – wie damals beim Projekt für die Hausarztpraxis Natalie Schäfer. Dieser Prozess hat mir extrem viel Spaß gemacht und mir gezeigt, wie viel strategisches Denken in guter Gestaltung steckt.
Außerdem würde ich gerne noch tiefer in After Effects einsteigen, um animierte Inhalte zu gestalten – besonders für Social Media, denn dieser Bereich interessiert mich immer mehr. Ich merke, wie viel Spaß mir die Kombination aus Text und Design macht – also Inhalte visuell und sprachlich auf den Punkt zu bringen.
Und ich freue mich auch darauf, Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu übernehmen – vielleicht irgendwann eigene kleine Kundenprojekte zu betreuen oder direkt mit Kund:innen zu kommunizieren. Ich bin auf jeden Fall offen für vieles und gespannt, was noch alles auf mich zukommt. Der Weg, den ich jetzt eingeschlagen habe, fühlt sich für mich definitiv richtig an.“
Mehr über meinen Einstieg erfahren
Du möchtest noch mehr über meinen Weg erfahren? In meinem Beitrag zum Ausbildungsstart berichte ich – Katja Gerz – wie ich in die Ausbildung gestartet bin, was mich erwartet hat und wie sich meine ersten Wochen bei braindinx angefühlt haben.
